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Finanzen

Installation einer Photovoltaikanlage

Mit den ersten beiden Schritten
1. Planung,
2. Berechnung und Vergleich – haben Sie sich eine belastbare Grundlage für die Entscheidung geschaffen, welches Photovoltaiksystem es werden soll.

Im dritten Schritt gilt es nun, die finanzielle Seite zu klären.


Finanzielle Aspekte der Photovoltaik *

Hierhin gehören auf der Kostenseite:

  • der Kaufpreis der Photovoltaikanlage: 2.200 – 3.100 € pro kWp – für ein Einfamilienhaus mit 4 Personen sollten Sie mit rund 12.000 – 18.000 € rechnen,
  • die Handwerkskosten für die Installation (220 – 330 € pro kWp: 8-10% des Kaufpreises),
  • gegebenenfalls die Kosten für die Pacht eines Fremddaches,
  • die Kosten für Wartung (rund 1% des Kaufpreises) und Versicherungen (0,3-0,8 % des Kaufpreises – nicht zu niedrig ansetzen: Billig ist nicht immer gut!),
  • meist auch die Kosten für eine teilweise Fremdfinanzierung (Zins und Bearbeitungsgebühren), die möglicherweise durch einen günstigen Förderkredit (z.B. durch die KfW-Bank – vgl. KfW-Programme) aufgefangen oder gesenkt werden können.

Demgegenüber gehören auf die Ertragsseite:

  • Förderprogramme, die über über eine Verbilligung des Förderkredits hinausgehen, (z.B. BaFa)
  • die Einspeisevergütung
  • und / oder die Einsparung an Stromkosten im Eigenverbrauch und deren Vergütung (zusammen bis zu 8 Cent über der Einspeisevergütung!),
  • die steuerliche Geltendmachung der Kosten.


Amortisation der Photovoltaik-Kosten

    Richtwert Amortisation

  • - bei 100% Finanzierung aus Eigenmitteln: 8 – 10 Jahre,   
  • - bei Mischfinanzierung: 9 – 11 Jahre,
  • - bei 100% Fremdfinanzierung: 10 – 15 Jahre.

In der Regel übersteigen die Einkünfte auf der Ertragsseite die Kosten, so dass die Solaranlage den finanziellen Aufwand in acht bis zehn Jahren wieder eingespielt hat, falls sie zu 100% aus Eigenmitteln bezahlt ist – und in neun bis elf Jahren, wenn sie zu 100% fremdfinanziert wird. Das hängt natürlich von der Bank und den jeweiligen Kreditbedingungen ab.
Meistens liegt die Finanzierung von Solaranlagen irgendwo dazwischen, so dass allgemein durchschnittlich von etwa 10 Jahren Amortisationszeit ausgegangen wird – allerdings stellen Verkäufer von Solaranlagen dies aus naheliegenden Gründen gern sehr günstig dar. Wegen der Montagekosten und der Zinsen, die in solchen Berechnungen gern unberücksichtigt gelassen werden, liegt der tatsächliche Wert etwas höher.
Es kann daher 12 bis 15 Jahre dauern, bis die Solaranlage sämtliche Kosten eingespielt hat.
Selbstverständlich kommt es auch auf die Anlage an. Photovoltaiksysteme mit Dünnschichtmodulen weisen zwar einen geringeren Ertrag auf, sind aber kostengünstiger – der Stromertrag hier ist zwar geringer, der finanzielle Ertrag aber, die sich ja aus dem Verhältnis von Investition und Einnahmen errechnet, ist höher. Diese Anlagen brauchen mehr Platz und eignen sich für Einfamilienhäuser in der Regel weniger; sie amortisieren sich schneller, der Stromertrag ist demgegenüber nicht so hoch.


Solaranlagen sind laut Herstellergarantie auf 20 Jahre angelegt – die Erfahrung zeigt jedoch, dass Solaranlagen gut und gerne 30 oder auch 40 Jahre lang fast unermüdlich ihre Arbeit verrichten – wenn auch mit einer leichten Abnahme ihrer Leistung durch die UV-Degradation, also durch Zellalterung (vgl. unseren Rechner: Solardegradation).
Anders gesagt, die Einkünfte der “Restzeit” von voraussichtlich einem guten Jahrzehnt oder länger stehen Ihnen damit als finanzieller Ertrag zur Verfügung – sei es, dass er Ihnen als Einspeisevergütung zugute kommt (die ja auf 20 Jahre garantiert ist), sei es, dass Sie Ihren eigenen Strombedarf durch die Solaranlage decken (bis zum Ablauf der 20 Jahre bekommen Sie hierfür sogar eine zusätzliche Vergütung).



Kaufpreis der Photovoltaikanlage

    Richtwert für eine gute Anlage

  • - mit Dünnschichtmodulen: 2.200 – 3.000 € / kWp,   
  • - mit kristallinen Modulen: 2.800 – 3.100 € / kWp.

Da es so viele verschiedene Modelle wie Module gibt, lässt sich über den Kaufpreis Ihrer Photovoltaikanlage schwer etwas Allgemeines sagen. Dünnschichtmodule sind günstiger als Module aus kristalllinen Solarzellen, dafür bringen sie einen etwas geringeren Ertrag. Solarmodule mit ausreichend dicker Glasbeschichtung sind teurer, halten aber länger, und ihr Schutz wird – im Vergleich zu günstigeren Plastikabdeckungen – auch nach mehreren Jahren im Betrieb nicht ertragsmindernd milchig oder vergilben.
Parallel geschaltete Anlagen kommen besser mit partieller Verschattung zurecht (z.B. durch eine Überlandleitung oder eine nicht versetzbare Antenne), sind aber weniger günstig im Anschaffungspreis. Dies alles spielt eine Rolle bei der Ermittlung des Kaufpreises.

Gleichwohl kann man einen vorsichtigen, mittleren Richtwert für eine gute Photovoltaikanlage mit Dünnschichtmodulen bei etwa 2.200-3.000 Euro pro Kilowatt/peak ansetzen, für eine gute Anlage mit kristallinen Modulen bei 2.800 bis 3.100 Euro pro Kilowatt/peak. Übrigens sind die Preise nicht bundeseinheitlich – eine Installation in Niedersachsen ist interessanterweise rund 25% günstiger als in Bayern. Dafür ist dort wieder die Solareinstrahlung und damit der Ertrag höher …

Photovoltaik-”Schnäppchen”?

Schnäppchen” sind gelegentlich schon sehr viel günstiger zu haben – es ist allerdings die Frage, ob das gesparte Geld nicht durch den Verlust überwogen wird, der durch eine möglicherweise billige Zusammenstellung der Komponenten entsteht. Das gilt besonders für das Zusammenspiel der Solarmodule mit dem Wechselrichter – ein viel zu selten beachteter Punkt, der Ihnen später aber echte Ertragseinbußen bescheren kann.
Zum Wechselrichter haben wir deshalb unter anderem schon im zweiten Schritt, Planung, einige Hinweise zusammengefasst: Zum Wechselrichter.

Im 4. Schritt finden Sie Tipps und Hinweise zum “Papierkram”, die Ihnen einen Überblick über die notwendigen Vereinbarungen geben – und Sie zugleich auch vor einigen Fallstricken in den üblichen Verträgen zur Photovoltaik bewahren sollen.

* Richtwerte

Die Richtwerte auf dieser Seite sind natürlich nur grobe Anhaltswerte und ohne Gewähr. Der Preisverfall der Photovoltaikanlagen (30% allein in den Jahren 2009/2010), ein quirliger weltweiter Markt, in den jetzt auch die USA mit einem Milliardenprogramm einsteigen, die kostengünstige, aber qualitativ ausgezeichnete Konkurrenz aus China und Japan, das politische Auf und Ab bei der Einspeisvergütung, die Unvorhersehbarkeiten des Strompreises – all das fließt in Aufwands-, Kostenvergleichs- und / oder Ertragsberechnungen mit ein. Die Berechnungen sollten also je aktuell und individuell für Ihr Dach angepasst werden (genauere Anhaltspunkte finden Sie mit unserem Photovoltaik-Ertragsrechner und einen aktuellen Kostenvergleich von Angeboten aus Ihrer Region individuell für Ihr Dach finden Sie bei der kostenlosen Photovoltaikberechnung.


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