Photovoltaik Förderung in China
Die Photovoltaik Förderung Chinas ist international nicht unumstritten – unbestreitbar ist jedoch, dass die chinesischen Solarunternehmen mittlerweile den Weltmarkt beherrschen: So kommen 2011 sieben der zehn größten Solarmodulhersteller aus dem Reich der Mitte, drei von ihnen – Suntech, Yingli und Trina Solar – führen diese Rangliste an.
Für Photovoltaikanlagen-Betreiber ist dies nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht erfreulich, tragen die chinesischen Firmen doch nicht unwesentlich dazu bei, dass die Modulpreise kontinuierlich sinken und schlüsselfertige PV-Anlagen in Deutschland heute bereits deutlich unter 2.000 Euro/kWp zu haben sind.
Der PV-Industrie in Deutschland, in Europa und den USA bereitet Chinas Photovoltaik Förderung hingegen zunehmend Kopfzerbrechen. Einige renommierte Firmen – so etwa vor wenigen Tagen das deutsche Solarunternehmen Solon (externe Links öffnen sich in neuem Fenster) – mussten sogar schon die Segel streichen, wenngleich die Zahl der von der PV-Branche in Deutschland geschaffenen Arbeitsplätze – bis 2010 immerhin 130.000 Vollzeitarbeitsplätze – weiter steigt.
Doch ist Chinas Förderungen der eignen PV-Industrie wirklich so umfangreich, dass die internationale Konkurrenz dadurch nach und nach vom Weltmarkt verdrängt wird? Und ist die Photovoltaik Förderung im eigenen Land ebenso erfolgreich? Die wichtigsten Antworten auf diese Fragen haben wir hier für Sie zusammengetragen.
Photovoltaik Förderung in China – der Staat als PV-Großinvestor
Der Schwerpunkt der chinesischen Photovoltaik Förderung (Link zur PV-Förderung in Deutschland) lag in den vergangenen Jahren vor allem auf Unterstützungsprogrammen für die eigene PV-Industrie. Die Förderung erfolgt im Wesentlichen über:
- Zinsgünstige Kredite von staatlichen Einrichtungen,
- hohe Schutzzölle für ausländische Unternehmen.
Als zentrale Institution für die Vergabe von zinsgünstige Krediten mit langen Laufzeiten fungiert die “China Development Bank” (CDB). 2010 verlieh sie im Bereich der Erneuerbaren Energie Darlehen in Höhe von rund 43 Mrd. US-Dollar, wobei allein die sechs größten Solarmodulhersteller (LDK Solar, JA Solar, Suntech, Trina Solar und Yingli) etwa 30 Mrd. US-Dollar (Link öffnet sich in neuem Fenster) erhielten.
Mit diesen günstigen Krediten konnten die chinesischen Modulhersteller ihre Produktionskapazitäten weiter erhöhen, den Weltmarkt mit konkurrenzlos günstigen Solarmodulen beliefern und so ihre Vormachtstellung weiter ausbauen. Die internationalen Konkurrenz beobachtet diese Praxis mit zunehmendem Argwohn. In den USA sind im Oktober 2011 zahlreiche Solarunternehmen unter der Federführung des deutschen Photovoltaikkonzerns Solarworld gegen dieses vermeintliche Preis-Dumping vor Gericht gezogen und konnten dabei einen ersten Erfolg verbuchen.
Die Regierung in Peking fördert die eigenen Photovoltaik-Konzerne zudem mit massiven Importzöllen, die ausländischen Solarunternehmen den Eintritt in den chinesischen Markt extrem erschweren.
Das ist insofern bemerkenswert, da die chinesische PV-Industrie zu einem großen Teil – rund 90% der in China produzierten Solarmodule gehen in den Export – von den großen PV-Märkte in Deutschland, Europa und den USA lebt. Dort haben die chinesischen Unternehmen aber freien Zugang zum Markt und profitieren somit nicht nur indirekt von der staatlichen Photovoltaik Förderung, die in diesen Ländern die PV-Märkte erst entstehen ließ, sondern auch von den niedrigen Produktionskosten im eigenen Land, die teilweise durch staatliche Kredite gestützt und durch Importzölle geschützt werden.
Photovoltaik Förderung – China und der Binnenmarkt
Während die chinesische Photovoltaik Förderung auf dem internationalen Markt bisher von Erfolg gekrönt war, steckt sie im eigenen Land noch in den Kinderschuhen. Zwar fördert die Regierung in Peking bereits seit Mitte der 1990er Jahre Photovoltaik-Projekte – vor allem in den ärmeren ländlichen Regionen -, um die Landbevölkerung mit elektrischem Strom zu versorgen (etwa das “Brightness-Projekte” seit 1997). Bis heute ist der PV-Markt in China aber ein Nischenmarkt geblieben: 2010 betrug die installierte PV-Leistung rund 600 MWp, was sich im Vergleich mit den ca. 17.300 MWp, die 2010 in Deutschland installiert waren, bescheiden ausnimmt.
In den letzten Jahren geht die chinesische Politik allerdings daran, mit mehreren Förderprogramme den PV-Binnenmarkt zu beleben.
Der politische Rahmen der Photovoltaik Förderung
Den politischen Rahmen für die Photovoltaik Förderung geben in China insbesondere drei Richtlinien vor:
- Die 5-Jahrespläne der chinesischen Wirtschaft,
- der 2007 veröffentliche mittel- und langfristige Entwicklungsplan für die Erneuerbare Energie,
- das am 1. Januar 2006 in Kraft getretene Erneuerbare Energien Gesetz.
Explizite Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energie und die Photovoltaik Förderung wurden erstmals im 11. 5-Jahresplan (2006-2010) definiert. Diese Ziele hat der 12. 5-Jahresplan, der im Frühjahr 2011 vorgestellt wurde, deutlich nach oben korrigiert. So soll die installierte Photovoltaikleistung von rund 600 MWp (2010) bis 2015 auf 5 GWp und der Anteil der Erneuerbaren Energie an der Gesamtstromproduktion von 26% auf 33% steigen.
Das Ziele für den PV-Ausbau ist im Sommer 2011 angesichts der Atomkatastrophe in Fukushima auf 15 GWp bis 2015 revidiert worden.
2009 sind dann die ersten PV-Förderprogramme (etwa das “Golden Sun”- und das “Solar Roof”-Programm) ins Leben gerufen worden, die bei der Umsetzung dieser Ziele und beim Abbau der heimischen Solarmodulüberschüsse helfen sollen. Durch sie ist auch bereits Bewegung in den chinesischen PV-Binnenmarkt gekommen, sodass sich bis Anfang 2011 die installierte PV-Leistung auf mehr als 800 MWp erhöht hat.
Photovoltaik Förderung – Einspeisevergütung für Solarstrom
Im Sommer 2011 verkündete die chinesische Regierung schließlich erstmals die Einführung einer Einspeisevergütung für Photovoltaik. Die nationale Entwicklungs- und Reformkommission hat die Einspeisevergütung für Dach- und Freiflächenanlagen, die vor dem 1.07. 2011 genehmigt werden, auf umgerechnet 12,6 Cent/KWh festgelegt. Anlagen, die nach diesem Datum angemeldet werden, erhalten ca. 11 Cent/kWh. Diese Tarife sollen auch für das Jahr 2012 gelten, wobei sich die Kommission eine Reduktion der Vergütungssätze aber vorbehält, wenn die Kosten für Photovoltaikanlagen weiter sinken.
Fazit: Die Photovoltaik-Förderung in Form von günstigen Staatskrediten und hohen Importzöllen hat die chinesischen Photovoltaikkonzerne zu Weltmarktführern gemacht. Da diese Unternehmen nicht zuletzt deshalb auch durchweg besonders günstige und mittlerweile in der Qualität auch gleichwertige PV-Komponenten auf den Markt bringen können, profitierten und profitieren davon auch Betreiber von Photovoltaikanlagen. Die Konkurrenzunternehmen auf dem internationalen Markt sehen sich durch die chinesische PV-Förderung allerdings in ihre Existenz bedroht und gehen immer vehementer gegen diese Förderpolitik vor.
Das mag mit eine Grund sein, weshalb sich China verstärkt auf den eigenen Markt konzentriert. Chinas PV-Binnenmarkt wird in Anbetracht der exorbitanten Importzölle für die deutschen und internationalen Solarunternehmen kaum lukrativ werden. Marktanalysten wie Unternehmer hoffen allerdings, dass ein stark wachsender PV-Binnenmarkt in China die PV-Modul-Überproduktion am Weltmarkt verringern könnte. Und so könnte auch der enorme Preisdruck nachlassen, der zahlreiche Hersteller in Deutschland, in Europa und den USA in den Konkurs getrieben hat.

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