Photovoltaik in den USA

Während die Einspeisevergütung in Deutschland zunehmend umstritten ist und in Großbritannien deutlich gedrosselt wurde, erlebt die Photovoltaik in den USA gerade einen rasanten Aufschwung. Seit 2005 hat sich die installierte PV-Leistung in den USA beinahe verzehnfacht und dieser Trend hat sich in den ersten drei Quartalen 2011 noch deutlich verstärkt. Auf Grund dieses Booms prognostizierten noch im Herbst 2011 zahlreiche Analysten und Kommentatoren (englisch) (Link öffnet sich in neuem Fenster), dass der US-Markt bis 2013 oder 2014 zum größten Photovoltaik-Wachstumsmarkt der Welt heranwachsen wird.
In den letzten Wochen erhielt dieser Optimismus allerdings einige Dämpfer. So leidet die US-Photovoltaikbranche zunehmend unter der chinesischen Konkurrenz, die mit konkurrenzlos günstigen Solarmodulen in den Markt drängt. Führende US-Photovoltaikunternehmen haben gegen diese “Dumpingpreispolitik” inzwischen eine Klage angestrengt, die auch von Präsident Obama unterstützt (Link öffnet sich in neuem Fenster) wird.
Am 31.12.2011 ist zudem das nationale “Treasury Grant Program (TGP)” ausgelaufen, mit dem seit 2009 der Bau von Erneuerbare-Energie-Anlagen gefördert wurde. Alle Versuche, den US-Kongress zu einer Verlängerung des sehr erfolgreichen Förderprogramms zu bewegen, blieben erfolglos.

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Wie verhält es sich nun mit der Konjunktur der Photovoltaik in den USA – und welche Auswirkungen hat das Ende des “Treasury Grant Programs”? Die wichtigsten Fakten stellen wir hier für Sie zusammen.

Photovoltaik in den USA – Wachstum trotz Wirtschaftskrise

Jährlich werden in den USA immer mehr PV-Anlagen installiert

Trotz der bis heute schwierigen Wirtschaftslage in den USA lässt die Photovoltaik jährlich mit äußerst positiven Wachstumszahlen und Prognosen aufhorchen. Wie aus dem Jahresbericht 2010 (englisch) (Link öffnet sich in neuem Fenster) des IREC (Interstate Renewable Energy Council) hervorgeht, waren Ende 2010 in den USA rund 154.000 netzgekoppelte PV-Anlagen installiert. 1997, als Bill Clinton das nur in Maßen erfolgreiche “Eine-Million-Dächer-Programm” initiierte, zählte man in den USA gerade einmal 2.000 Solaranlagen.
Mit der Zahl der Anlagen ist in den vergangenen Jahren auch die installierte PV-Leistung stark gestiegen – von rund 750 MWp im Jahr 2007 bis auf ca. 2.150 MWp im Jahr 2010. Der Aufschwung der Photovoltaik hat im Jahr 2011 noch einmal neuen Schwung erhalten, wie die Quartalsberichte (englisch) (Link öffnet sich in neuem Fenster) der SEIA (Solar Energie Industries Association) zeigen.
In den beiden ersten Quartalen 2011 stieg der Solarzubau, also die jährlich installierte PV-Leistung, gegenüber den Vergleichsquartalen des Vorjahrs um jeweils mehr als 60% (270 MWp bzw. 325 MWp). Im dritten Quartal 2011 erhöhte sich die zugebaute Photovoltaik-Leistung im Vergleich zum 3. Quartal 2010 sogar um 140% (450 MWp). Damit wird die neuinstallierte Photovoltaik-Leistung in den USA 2011 erstmals mehr als 1 GWp betragen.

Photovoltaik in den USA – wirkungsvolle Förderprogramme

Zu verdanken ist dieser massive Aufschwung der Photovoltaik vor allem zwei Faktoren:

  • den kontinuierlich sinkenden Preisen für Photovoltaik-Komponenten und -Anlagen und
  • den zahlreichen Förderprogrammen auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene

Die Preise für eine betriebsbereit installierte Photovoltaik-Anlage sind bspw. im Vergleich zum ersten Quartal 2010 bis zur Jahresmitte 2011 um 20% gesunken. Die Preise für Solarmodule haben im selben Zeitraum um mehr als 30% nachgegeben.

Ein treibender Faktor für die Konjunktur der Photovoltaik waren aber auch die Förderprogramme auf nationaler und bundestaatlicher Ebene.
2005 hat die Regierung von George Bush Jr. für kommerzielle (Business Energy Investment Tax Credit (ITC)) und private Betreiber (Residential Renewable Energy Tax Credit) von Photovoltaikanlagen ein USA-weites Förderprogramm in Form von Steuergutschriften eingeführt. Das Programm läuft bis Ende 2016 und sieht im Bereich der Photovoltaik für private und kommerzielle Betreiber eine Steuervergünstigung von bis zu 30% der Investitionskosten vor (der Betrag wird bspw. vom zu versteuernden Gewinn oder Einkommen abgezogen). 2008 wurde dann der Etat für diese Förderprogramme deutlich aufgestockt und die Begrenzung der Steuergutschrift für PV-Anlagen (2.000 $) aufgehoben.

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Das “Treasury Grant Program (TGP)”

USA führen nach der Finanzkrise neues PV-Förderprogramm ein

In der Folge der Finanzkrise 2008 brach aber die Nachfrage nach diesen Steuergutschriften ein. Um die Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien anzukurbeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen, führte die Regierung Obama im Rahmen des “American Recovery and Reinvestment Act” 2009 das sogenannte “Treasury Grant Program” (englisch) (Link öffnet sich in neuem Fenster) ein. Das Förderprogramm, das auch unter dem Namen “1603 Program” bekannt ist, offeriert Betreibern anstelle der Steuergutschrift ein Darlehen (grant) in Höhe von maximal 30% der Investitionssumme.
Das “1603 Program”, das sich vor allem an kommerzielle Betreiber richtet, hat in den letzten beiden Jahren den Aufschwung der Photovoltaik in den USA spürbar beflügelt. Bis November 2011 wurden damit rund 22.000 einzelne Solarprojekte in 47 Bundesstaaten gefördert und tausende neue Arbeitsplätze in der Photovoltaikbranche geschaffen.

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Folgen des Endes des “Treasury Grant Program”

Trotz des Erfolges hat der 112. US-Kongress einer weiteren Verlängerung des “Treasury Grant Programs” nicht zugestimmt. Welche Folgen dessen Auslaufen auf die Entwicklung der Photovoltaik in den USA haben wird, ist noch schwer abzuschätzen.
Auf der einen Seite geht etwa eine Studie (englisch) (Link öffnet sich in neuem Fenster) des Markforschungsinstituts EuPD Research vom Oktober 2011 davon aus, dass durch eine Verlängerung des Programms allein 2012 ungefähr 37.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und bis 2016 zusätzlich etwa 2.000 MWp PV-Leistung installiert worden wären. Da sich der Kapitalmarkt in den USA nach 2008 außerdem noch nicht zur Gänze erholt hat, dürften trotz des Fortbestehens des “Business Energy Investment Tax Credits (ITC)” 2012 die Investitionen (Link öffnet sich in neuem Fenster) in kommerzielle Photovoltaik-Projekte deutlich sinken.
Auf der anderen Seite ist das “Treasury Grant Program” nicht das einzige Förderprogramm für die Photovoltaik – Mitte 2011 gab es bereits in 26 US-Bundestaaten eine direkte Investitionsförderung für die Photovoltaik. Für private Betreiber von Photovoltaikanlagen wird sich zudem an der Investitionssituation nichts ändern, da sich das “Treasury Grant Program” bis auf wenige Ausnahmen nur an Unternehmen richtete und der 2005 auf nationaler Ebene eingeführte “Residential Renewable Energy Tax Credit” (englisch) (Link öffnet sich in neuem Fenster) bis 2016 weiterlaufen wird.
Insgesamt gehen Marktbeobachter (englisch) (Link öffnet sich in neuem Fenster) aber davon aus, dass sich die Photovoltaik in den USA trotz der derzeit ambivalenten Fördersituation weiter sehr gut entwickeln und zwischen 2014 und 2016 den Meilenstein Netzparität erreichen wird.

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