Photovoltaik Rechner: Preisentwicklung bis 2012

Eine der Fragen, die unser Photovoltaik Rechner beantwortet: Rechnet sich die Produktion von Solarstrom auf meinem Dach? Aktuell ist diese Frage insbesondere in Hinblick auf die bevorstehende Kürzung der Einspeisevergütung, die zum 01.01.2012 von 28,74 um 15% auf 24,43 Cent/kWh sinkt.

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Wird damit die Photovoltaik im kommenden Jahr schlagartig unrentabel? Eine rhetorische Frage, die schnell und bündig beantwortet werden kann: Solarstromproduktion auf dem eigenen Dach rechnet sich auch im Jahr 2012.
Weshalb die Anschaffung einer neuen Photovoltaikanlage auch 2012 wirtschaftlich sinnvoll ist, haben wir für Sie hier im Detail zusammengefasst.

Photovoltaik Rechner – Photovoltaikanlagen werden preiswerter

Um die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage möglichst genau abschätzen zu können, müssen Photovoltaik Rechner vor allem zwei Parameter berücksichtigen:

  • den voraussichtlichen Stromertrag,
  • die Kosten für Bau und Betrieb der Anlage.

Der Stromertrag, also die Strommenge, die mit einer Solarstromanlage erzeugt werden kann, bestimmt gemeinsam mit der Einspeisevergütung die Höhe der Einnahmen aus einer Photovoltaikanlage. Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Einspeisevergütung für Neuanlagen in regelmäßigen Abständen gekürzt wird (Degression).
Je später eine Photovoltaikanlage in Betrieb geht, desto geringer sind – bei gleichbleibendem Stromertrag – die Einnahmen, die erzielt werden können.

Da die Einspeisevergütung und ihre Degression durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgegeben sind, ergibt sich für die Wirtschaftlichkeit die einfache Gleichung: Die Photovoltaik rechnet sich auch 2012 im gleichen Maße wie zuvor, wenn die Kosten für Photovoltaikanlagen im Jahresverlauf 2011 entsprechend der Einspeisevergütung gesunken sind.
Entscheidend ist dabei letztlich der Preis für die schlüsselfertige Photovoltaikanlage – dieser aber kann nur dann sinken, wenn auch die wichtigsten Einzelkomponenten wie Solarmodule und Wechselrichter günstiger werden.

Preisentwicklung PV-Module

Wie sich die Preise für die wichtigsten Bauteile einer Photovoltaikanlage entwickeln, lässt sich am besten an den Großhandelspreisen ablesen. Die Großhandelspreise (Link öffnet sich in neuem Fenster) für PV-Module entwickelten sich im Jahr 2011 kontinuierlich in eine Richtung – und zwar nach unten.
So sind etwa mono- und polykristalline PV-Module aus deutscher Produktion seit Jahresbeginn um mehr als 30% gefallen, von rund 1,7 auf 1,2 Euro/Wp. Noch stärker haben die Preise für Dickschichtzellen aus Produktionsstätten in China und Taiwan nachgegeben. Sie kosten derzeit (November) 0,85 Euro/Wp und damit im Vergleich zum Januar um über 40% weniger.
Diesem für Photovoltaikanlagen-Betreiber in spe erfreulichen Trend folgte 2011 auch die Preisentwicklung für Dünnschichtzellen. Ob Module aus amorphem Silizium (a-Si), aus Cadmium-Tellurid (CdS/CdTe) oder aus Tandem-Siliziumuzellen (a-Si/µ-Si), auch hier hat sich der Preis um mehr als ein Drittel reduziert.

Ursachen und Aussichten der Preisentwicklung

Neben den sinkenden Einspeisevergütungen, mit denen alle Hersteller entlang der photovoltaischen Wertschöpfungskette mitziehen müssen, ist vor allem die Überproduktion (Link öffnet sich in neuem Fenster) für diesen Preisrückgang verantwortlich. So wurden 2011 weltweit Solarmodule mit einer Kapazität von rund 50 GW hergestellt, nachgefragt wurde aber gerade einmal knapp die Hälfte (rund 23 GW).
Auf Grund der Überproduktion und der derzeit unsicheren Lage auf den Kapitalmärkten erwarten viele Marktbeobachter für das erste Halbjahr 2012 deshalb eine deutliche Verlangsamung des Ausbaus der Produktionskapazitäten. Damit dürften 2012 auch die Preise für Solarmodule langsamer sinken – für die erste Jahreshälfte 2012 bedeutet dies keine Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Einspeisevergütung und Endpreis einer Photovoltaikanlage. Danach hängt die Rentabilität später erstandener Anlagen von der Mittjahres-Degression ab, die derzeit noch Gegenstand politischer Abstimmungsvorgänge ist.

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Preisentwicklung Wechselrichter

Nach unten zeigt die Preisentwicklung auch bei den Wechselrichtern. Besonders ausgeprägt war der Preisnachlass im ersten Halbjahr 2011, in dem der durchschnittliche Großhandelspreis um rund 20% auf weniger als 20 Cent/W gesunken ist. Dies liegt in erster Linie am Wandel der Wechselrichterproduktpalette: Preiswerte Dreiphasen-Wechselrichter verdrängen mehr und mehr die teuren Strangwechselrichter.
Für 2012 gehen manche Marktanalysten (Link öffnet sich in neuem Fenster) davon aus, dass die Preise am Großhandelsmarkt weiter fallen werden – obwohl gerade in Europa die Wechselrichterpreise im dritten Quartal 2011 stagnierten.

Preisentwicklung Photovoltaikanlagen

Wie also entwickeln sich die Preise für Photovoltaikanlagen und -systeme? Die Großhandelspreise für die Einzelkomponenten werden nicht unmittelbar an die Endkunden weitergegeben – es zählen für zukünftige Betreiber daher vor allem die Kosten schlüsselfertiger Photovoltaikanlagen. Die gute Nachricht ist: Sie folgen dem Preistrend der Einzelkomponenten.
Dies geht aus dem vom Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) zusammengestellten Preisindex (Link öffnet sich in neuem Fenster) für schlüsselfertige Solarstromanlagen hervor, der den durchschnittlichen Endkundenpreise (ohne Umsatzsteuer) von Photovoltaikanlagen bis zu einer Leistung von 100 kWp widerspiegelt:

  • Q1 2011 – 2.546 Euro/kWp
  • Q2 2011 – 2.422 Euro/kWp
  • Q3 2011 – 2.199 Euro/kWp
  • Q4 2011 – 2.082 Euro/kWp

In einem Jahr sind die Preise demnach um 18,3% gesunken. Münzt man diese Preisentwicklung auf eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 5 KWp um, ergibt sich folgendes Bild:

5 kWp x 2.546 Euro/kWp = 12.730 Euro Gesamtkosten (Quartal 1/11)
5 kWp x 2.082 Euro/kWp = 10.410 Euro Gesamtkosten (Quartal 4/11)

Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 5 kWp kostet also im vierten Quartal 2011 im Durchschnitt um 2.320 Euro weniger als im ersten.

Eine ähnliche Preisentwicklung darf auch für das kommende Jahr erwartet werden. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Preise für PV-Anlagen der degressiven Einspeisevergütung folgen. Durch die regelmäßig sinkende Einspeisevergütung sinken die Einnahmen und damit der Spielraum für Renditen von Jahr zu Jahr – ein gewollter Effekt, der den Strom aus Photovoltaikanlagen Schritt für Schritt an die Energie-Erzeugungspreise am freien Strommarkt heranführen und die Photovoltaik damit wettbewerbsfähig machen soll.

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Rechnet sich die Photovoltaik 2012?

Die Höhe der möglichen Renditen von Photovoltaikanlagen im Zusammenhang mit deren Endpreis untersucht regelmäßig eine Studiengruppe (Link öffnet sich in neuem Fenster) des Instituts für Agrarökonomie an der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft.
Ihr Ergebnis: Wenn der Betreiber einer Photovoltaikanlage bis 30 kWp eine Rendite von rund 6% des eingesetzten Kapitals erwartet, sollte Photovoltaikanlagen bei der ab Januar 2012 wirksamen Einspeisevergütung nicht mehr als 2.000 (bei einem Durchschnittsertrag von 900 kWh/kWh und Jahr) bis 2.500 Euro/kWp (1.100 kWh/kWp und Jahr) netto kosten.
Ein Vergleich mit dem BSW-Preisindex zeigt, dass sich die Preise für Solarstromanlagen genau in diesem Bereich bewegen. Für eine Rendite von 10% sollten PV-Anlagen nicht mehr als 1.700 bzw. 2.100 Euro/kWp kosten. Für eine Rendite von 10% bei durchschnittlichem Stromertrag müssen sie allerdings noch fallen.

Die Rendite einer Photovoltaikanlage lässt sich besonders durch eine Erhöhung des Eigenverbrauchs deutlich steigern. Zu dieser Einschätzung gelangt auch die Stiftung Warentest (Link öffnet sich in neuem Fenster). Die Prüfer der Stiftungs-Zeitschrift “Test” betonen daher, dass eine genaue Planung, Berechnung und Prüfung der Angebote wichtiger sei als ein rascher Vertragsabschluss noch vor dem Jahreswechsel 2011/2012.
Diese Zahlen liegen auch den individuellen Berechnungen unseres Photovoltaik-Rechners zugrunde: In der Regel wird sie zum Ergebnis haben, dass Photovoltaikanlagen mit einer Erstinbetriebnahme in der ersten Jahreshälfte 2012 sich durchaus lohnt.

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