Club of Rome
Lexikon der Photovoltaik-Begriffe
Photovoltaikgeschichte: Der Club of Rome ist eine 1968 in Rom begründete, nichtkommerzielle und hochkarätig besetzte Vereinigung, die sich als internationale “Denktfabrik” versteht und folgende Ziele anstrebt:
Identifikation der brennendsten Probleme, denen sich die Menschheit gegenübersieht, deren Analyse, die Suche nach zukünftigen alternativen Lösungen und das Entwickeln von Zukunftsszenarien. Die Vermittlung dieser Probleme an die wichtigsten Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft und an die interessierte Öffentlichkeit.
Bedeutung des Club of Rome
Der Club of Rome erlangte 1972 mit einem Schlag weltweit Bekanntheit, als er nach genauen Datenerhebungen und wissenschaftlicher Analyse 1966 den bis heute berühmten Bericht “Die Grenzen des Wachstums” veröffentlichte, eine minutiöse Studie zur Zukunft der Welt-, Umwelt- und Energiewirtschaft – der erste der seitdem immer wieder angenommenen “Berichte an den Club of Rome” (vgl. nächster Abschnitt).
Heute existieren 32 “national Associations” des Club of Rome – z.B. die Deutsche Gesellschaft des Club of Rome -; der Club of Rome ist heute eine Vereinigung von internationaler Reputation, was zum einen durch die Qualität seiner Initiativen (neben den genannten Berichten ist der Club of Rome beispielsweise auch federführend an der Entwicklung des Desertec-Projekts beteiligt; zur Bildung der “global society” gründet der Club of Rome weltweit hochklassige Schulen etc.), zum anderen durch die in ihm versammelte Fachkompetenz begründet ist.
Der “Bericht des Club of Rome” 1972
Der erste “Bericht des Club of Rome” von 1972, “Die Grenzen des Wachstums” war die erste große wissenschaftlich und politisch gestützte Studie zur Zukunft der Weltgemeinschaft. Wenige Monate vor der Ölkrise von 1974 veröffentlicht, welche die westliche Welt wie ein Schock traf, konnten seine Thesen sich in der Folgezeit einer hochsensibilisierten gesellschaftlichen Aufmerksamkeit sicher sein – auch dies erklärt, warum die Wirksamkeit von “Die Grenzen des Wachstums” für das zu dieser Zeit erwachende ökologische Bewusstsein und neues Verantwortungsbewusstsein gegenüber späteren Generationen schwerlich zu überschätzen ist.
1992 und 2004 wurde der Bericht “Die Grenzen des Wachstums” auf angepasster und erweiterter Datenbasis erneuert, er kommt zu tragisch negativen Konsequenzen, die ohne ein drastisches Umsteuern in der Wirtschafts-, Bevölkerungs- und Umwelt-Politik einen Zusammenbruch der Weltgesellschaft voraussagen.
Kritiker halten diese Prognosen für überzogen und verweisen darauf, dass bereits die Prognosen des ersten Berichts, z.T. von ungeprüften Annahmen ausgehend (etwa was den Weltvorrat an Rohstoffen angeht, der sich als sehr viel grpßer erwies als befürchtet), sich nicht erfüllt haben.
Gleichwohl bleiben die Erkenntnisse von “Die Grenzen des Wachstums”, gerade in der aktualisierten Fassung, ein wichtiges Korrektiv zu einer Business-as-usual-Haltung, die, wenn man dem Bericht zumindest eine teilweise Glaubwürdigkeit zubilligen will, ökologische und wirtschaftliche Katastrophen mit höherer Wahrscheinlichkeit produziert als ein vorausschauendes globales Handeln, das sich nicht zuletzt in einer verantwortlichen Umweltpolitik niederschlägt.
Ohne den Anstoß durch den Club of Rome, so kann gemutmaßt werden, wären Techniken wie die heutige Photovoltaik nicht in gleichem Maße verfügbar, wie sie es sind. Nicht zufällig ist der Club of Rome Träger des Desertec-Projektes – so sind, wie auch immer man “Die Grenzen des Wachstums” im Einzelnen bewerten will, wertvolle Impulse für das poltische und ökologische Handeln der Weltgesellschaft vom Club of Rome ausgegangen.
Mitglieder des Club of Rome
Mitglieder des Club of Rome sind Personen des öffentlichen Lebens, sie sollen alle Berufe, Regionen und Religionen der Erde repräsentieren; ein aktives hohes politisches Amt schließt die Mitgliedschaft aus, um die Neutralität der Vereinigung zu unterstützen und Interessenkonflikte zu vermeiden.
Bekannte aktuelle Mitglieder sind Richard von Weizsäcker und Michail Gorbatschow.
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