EECS
Schwerpunkt: “Ökostrom” auf Rechner Photovoltaik
Autoren: hsf, lea, nau
In unserem Blog:
- Teil I: Ökostrom – was ist das?
- Teil II: Vom Betreiber zum Verbraucher
- Teil III: Gütesiegel
- Teil IV: Ökostromanbieter
- Teil V: Ökostrom im Energiemix
- Teil VI: Ökostrom und sein Preis
- Teil VII: Ökostromrechner online
In unserem Photovoltaiklexikon:
Kostenloser Service: Unverbindlicher Vergleich von Ökostrom-Tarifen
Lexikon der Photovoltaik-Begriffe
Das Modell der EECS-Zertifikate (engl. “European Energy Certificate System”, dt. “System zur Zertifizierung erneuerbarer Energien”), auch EECS-GoOs genannt (engl. “Garanty of Origin”, dt. “Herkunftsnachweis”) ist eine Methode des Handels mit Strom aus erneuerbaren Energien. Es beruht zu großen Teilen auf dem Konzept des RECS-Zertifikats (vgl. dort): Wie dieses erlaubt das EECS-System, den Herkunftsnachweis der Erzeugung von Energie aus Photovoltaik, Windenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie getrennt vom physikalischen Strom selbst zu verkaufen – mit umstrittenen Folgen (zur Diskussion vgl. unseren ausführlicheren Lexikon-Beitrag RECS-Zertifikaten).
Pro
Begründet wird der Handel mit Ökostrom-Zertifikaten mit der Unterstützung des Ausbaus Erneuerbarer Energien. Im Hintergrund steht die Überlegung, dass Energie beispielsweise aus einer Photovoltaikanlage und Energie aus einem Kohlekraftwerk physikalisch nicht zu unterscheiden sind. Im öffentlichen Netz sind sie daher unerkennbar vermischt zu Graustrom.
Der Mehrwert von Strom aus erneuerbaren Energiequellen liegt also nicht in der Substanz, sondern allein in seiner Herkunft. Dieser Mehrwert kann, zusammengefasst in einem Herkunftsnachweis, einem Zertifikat, losgelöst vom Strom gehandelt werden – so dass beispielsweise dem Betreiber einer Photovoltaikanlage, der seinen selbsterzeugten Solarstrom wegen einer aktuellen Marktlage nicht als Ökostrom verkaufen kann, eine zweite Option der Veräußerung eröffnet wird:
- Er verkauft den physikalischen Strom aus der Photovoltaik zu einfachen Marktpreisen,
- zugleich veräußert er den Herkunftsnachweis seines Stroms über das Zertifikate-System an einen Erzeuger konventioneller Energie.

Auf diese Weise bleibt die Investition in die Solarstromerzeugung rentabel – was die Verteidiger des Zertifikatesystems als “Förderung regenerativer Energien” bezeichnen (vgl. RECS Deutschland).
Contra
Allerdings wird bei der vorgetragenen Argumentation ein schwerwiegender Makel des Zertifikatesystems verschwiegen: Unter dem übertragenen Herkunftsnachweis kann nun umgekehrt konventioneller Strom als “grüner Strom” verkauft werden – Kohlestrom, Strom aus Gasverbrennung oder aus Atomkraft werden dem Verbraucher gegenüber umetikettiert zu “Ökostrom” und als solcher in höherwertigen Tarifen angeboten. Der Zertifikatepreis macht dabei nur einen geringen Teil (in der Regel von unter einem Prozent) aus – der überwiegende Rest der Kundenzahlungen geht in konventionelle Energien.
Die “Förderung” funktioniert also vor allem umgekehrt – sie verlängert die Lebensdauer der Stromerzeugung aus konventionellen Energien, statt sie zu verkürzen.
Zudem dürfen weder EECS noch RECS als Gütesiegel verstanden werden – hinter dem so gebildeten “Zertifikat” kann sich als auch z.B. die Erzeugung von Strom aus veralteten (umweltschädlicheren) Wasserkraftwerken verbergen. Zwar müssen die Betreiberanlagen in einer zentralen Agentur angemeldet werden – in Deutschland wird diese vom renommierten Freiburger Ökoinstitut e.V. getragen -, dennoch sind ihnen zur Teilnahme am RECS-System nur gewisse Mindestbedingungen vorgeschrieben.
EECS und RECS
Der Unterschied zwischen EECS-Zertifikaten (PDF auf der Website des RECS Deutschland, öffnet sich in neuem Browserfenster) und den älteren RECS-Zertifikaten besteht darin, dass das frühere Zertifikatesystem auf einem freiwilligen Zusammenschluss der Marktteilnehmer beruht – EECS-GoOs hingegen unter der Ägide der Direktiven europäischer Institutionen und nationaler Gesetzgebungen stehen.
Mit EECS ist also das umstrittene System der Ökostrom-Zertifikate auf EU-gouvermentale Ebene gehoben. In den nächsten Jahren soll EECS das vorherige System in den nächsten Jahren vollständig ablösen.
Zur individuellen Ökostrom-Berechnung

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