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Ergänzung: Ökostrom

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European Energy Exchange Leipzig EEX

Schwerpunkt: “Ökostrom” auf Rechner Photovoltaik

Autoren: hsf, lea, nau

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Wenn, wie derzeit wieder, die Höhe des Strompreises kritisiert (Link öffnet sich in neuem Fenster) wird, steht die Energiebörse in Leipzig häufig im Mittelpunkt der Diskussion.
Mit rund 270 Handelsteilnehmern (Broker, Banken, Energiehändler, Energieversorger, Stadtwerke und Industrieunternehmen) und einem Handelsvolumen von etwa 1.500 TWh (2010) allein im Stromsektor ist die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig nicht nur die größte kontinentaleuropäische Energiebörse, sondern auch jener Marktplatz, an dem die Referenzpreise für den Stromgroßhandel in ganz Europa gebildet werden.
Neben verschiedenen Stromprodukten werden an der EEX auch:

  • Kohle
  • Erdgas und
  • CO2-Zertifikate gehandelt.

Energiebörsen im freien Strommarkt

Mit dem “Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts” wurden in Deutschland 1998 die gesetzlichen Weichen für die Liberalisierung des Strommarktes gestellt. Während der Netzbetrieb als natürliches Monopol bestehen blieb, wird der Strom seither auf einem freien Markt erzeugt, gehandelt und vertrieben. Im Bereich des Stromhandels hat sich durch die Liberalisierung vor allem die Struktur des Großhandelsmarktes verändert. Strom wird heute nicht mehr nur:

  • über den traditionellen außerbörslichen OTC-Handel (Over-The-Counter), sondern auch
  • an den Energiebörsen gehandelt.

Hinsichtlich der Handelsvolumina ist nach wie vor der OTC-Handel, bei dem Lieferanten mit jedem Kraftwerksbetreiber oder Stromhändler einzeln Stromlieferverträge abschließen, der bedeutendste Stromhandelsmarkt. So wurde 2009 über den OTC-Handel ein Handelsvolumen von etwa 3.100 TWh abgewickelt, während sich das Stromhandelsvolumen an der EEX in Leipzig auf rund 1.230 TWh belief.

Die EEX Leipzig bestimmt den Großhandeslstrompreis

Im Zuge der Liberalisierung des deutschen Strommarktes wurden im Jahr 2000 mit der Frankfurter Energiebörse European Energy Exchange (EEX) und der Leipziger Power Exchange (LPX) erstmals auch Energiebörsen eingerichtet. Sie haben den Vorzug, dass Angebot und Nachfrage gebündelt werden und so der Handel einfacher und effizienter wird. Weil alle Händler, die an der Börse handeln wollen, Sicherheiten hinterlegen müssen, ist der Börsenhandel zudem besser gegen den Ausfall von Händlern abgesichert.

EEX Leipzig und der Strompreis

Aus der Fusion der LPX und der EEX in Frankfurt ist dann 2002 die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig hervorgegangen. Trotz des im Vergleich zum OTC-Handel verhältnismäßig geringen Handelsvolumens haben sich die dort ermittelten Preise als Referenz für den Großhandelsstrompreis etabliert. Dies liegt zum einen an der guten Wahrnehmbarkeit der börsennotierten Preise und zum anderen daran, dass kein Marktteilnehmer, der auch an der Börse handeln kann, einen Strompreis akzeptieren wird, der zu seinem Nachteil vom Börsenstrompreis abweicht (sog. Opportunitätskalkül).
Für den deutschen und österreichischen Markt haben sich die Day-Ahead-Spotmarktpreise als Referenz etabliert, die in den beiden Indizes Phelix (Physical Electricity Index) Day Base und Phelix Day Peak notiert sind.

Die Strompreisbildung an der Leipziger EEX steht aber auch immer wieder in der Kritik. Besonders den großen Energiekonzernen E.ON, RWE und Vattenfall wurde wiederholt vorgeworfen, die Preise an der Strombörse durch gezielte Stromeinkäufe oder die missbräuchliche Zurückhaltung von Kapazitäten zu manipulieren (Link öffnet sich in neuem Fenster). Tatsächliche Preismanipulationen konnten zwar bisher nicht nachgewiesen werden, das Bundeskartellamt kam aber in seiner Sektoruntersuchung (2011) (Link öffnet sich in neuem Fenster) zu dem Ergebnis, dass:

die großen Erzeugungsunternehmen Anreiz und Möglichkeiten haben, den Strompreis durch missbräuchliche Kapazitätszurückhaltungen erheblich zu beeinflussen.

Sowohl die Bundespolitik wie die EU haben in der Vergangenheit mehrere Verordnungen erlassen, mit denen möglichen Preismanipulationen ein Riegel vorgeschoben werden soll.

Haushaltsstrompreis

Da die Stromlieferanten ihren Strom nicht nur an der Börse, sondern auch über den OTC-Handel nach Maßgabe des Börsenstrompreises einkaufen, wirkt sich der Strompreis an der EEX in Leipzig auch auf den Haushaltskundenstrompreis aus. Diese sogenannten Vertriebs- und Beschaffungskosten machen derzeit – neben Steuern, Abgaben und Netznutzungsgebühren – allerdings nur rund ein Drittel des Strompreises für Haushaltsstromkunden aus. Zudem werden vor allem sinkende Börsenstrompreise – wenn überhaupt – nur verzögert an die privaten Endkunden weitergeben.

EEX Leipzig – Gehandelte Stromprodukte

Broker handeln Strom an der EEX Leipzig

Bild: © Christoph Busse 2012 (EEX)

Gehandelt werden an der EEX Leipzig standardisierte Stromprodukte und keine bestimmten Stromqualitäten. Es wird also ausschließlich Graustrom vermarktet.
Die angebotenen Stromprodukte richten sich an der spezifischen Nachfragesituation am Strommarkt aus, die insbesondere durch einen zeitlich stark schwankenden Verbrauch gekennzeichnet ist. Deshalb werden die verschiedenen Stromprodukte – etwa die Baseload-Blöcke zur Abdeckung der Grundlast und die Peakload-Blöcke zu Deckung der Spitzenlast – auf zwei Märkten gehandelt:

  • dem Spotmarkt
  • dem Terminmarkt

Am Spotmarkt können Erzeuger und Lieferanten jeden Tag und rund um die Uhr bspw. ihre kurzfristigen Überkapazitäten vermarkten oder plötzliche Versorgungsengpässe überbrücken. Für den nächsten Tag geschieht dies am sogenannten Day-Ahead-Markt, für den laufenden und folgenden Tag auf dem Intraday-Markt.
Am Terminmarkt kaufen die Handelsteilnehmer über sogenannte Furures und Optionen ihre Stromgrundversorgung für die nächsten Wochen, Monate und Jahre ein. Der Markt dient Erzeugern und großen Stromverbrauchern vor allem zur Absicherung gegen langfristige Preisänderungsrisiken, weshalb die Lieferverträge am Terminmarkt überwiegend finanziell und nur selten physisch (tatsächliche Stromlieferung) erfüllt werden.

EEX und Photovoltaik

Betreiber von Photovoltaikanlagen haben mit der European Energy Exchange nur indirekt zu tun. Der ins Netz eingespeiste und über die Einspeisvergütung abgegoltene Solarstrom wird von den Übertragungsnetzbetreibern als standardisiertes Stromprodukt an der EEX vermarktet. Mit dem Verkauf decken diese einen Teil der Kosten für die von ihnen ausgezahlten Einspeisevergütungen. Die Differenz des Vermarktungserlöses und der Vergütungskosten wird von den Netzbetreibern als EEG-Umlage auf alle Stromkunden umgelegt.

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