Mini Photovoltaik

Lexikon der Photovoltaik-Begriffe

Solartastatur

Tastatur K750 solar – Foto: Amazon

Mini-Photovoltaik ist die Anwendung der Solartechnik in kleinen, zum größten Teil mobilen Photovoltaikeinheiten.

Die Photovoltaik ist derartig ausgereift, dass sie in vielerlei Minianwendungen wirtschaftlich Energie liefert – und dass diese oft nur durch eine einzige Solarzelle mit Strom versorgten kleinen und kleinsten elektronischen Einheiten wirtschaftlich betrieben werden können. Beispiele sind Uhren, Solarradios, Camping-Produkte, Wohnwagen-Batterien, aber auch kabellose Tastaturen oder – im Midi-Bereich – kleine feststehende Inselanlagen wie Parkuhren oder Ampeln. Eine Ausnahme sind die kleinsten mobilen Aufladegeräte im Zigarettenschachtelformat – sie können aber gut durch (leider sehr viel teurere) funktionale Produkte ersetzt werden, die zuverlässig ihren Dienst versehen.

Wir stellen hier im Folgenden einige Produkte der Mini- und Midi-Photovoltaik vor. Besonders gefallen hat uns als Website-Betreiber, die wir viel am Computer arbeiten, die Solar-Tastatur von Logitec (vgl Bild oben) – auf diese sind wir erst während der Recherche für diesen Artikel gestoßen. Der Komfort der Tastatur und die problemlose Funktionalität des integrierten Photovoltaik-Minimoduls hat uns überzeugt, daher fangen wir mit dieser an.

(Klicken Sie auf die Fotos, wenn Sie auf die beschreibenden Detailseiten des Amazon-Stores weitergeleitet werden möchten.)

Zur Solar-Tastatur von Logitech
Zur Photovoltaik fürs Campen
Zur Photovoltaik minimal
Zum Aufladen mit Kleinstgeräten

Outdoor-Solarmodul in Funktion

Outdoor-Solarmodul: Das Sunload Solarmodul 62 WP – Foto: Amazon

Die kabellose Solar-Tastatur von Logitec

Logitech Solartastatur

Wer mit kabellosen Tastaturen arbeitet, wird die Freiheit vom Kabel und die damit verbundene größere Bewegungs­unabhängigkeit schätzen. Häufig sind diese Tastaturen im oberen Preissegment angesiedelt und verfügen über einen entsprechenden Komfort wie integrierte Mäuse, intelligente Lösungen zur Lautstärkeregelung über Touch-Zonen u.ä.

Allerdings haben kabellose Tastaturen zusätzlich zu ihren vergleichsweise hohen Anschaffungskosten einen von zwei großen Nachteilen:

  • Sie müssen mit Batterien bestückt werden – das ist im Betrieb teuer und wenig umweltfreundlich,
  • oder sie sind auf eine platzraubende Ladestation angewiesen – auch das Nachziehen von Strom ist bei steigenden Tarifpreisen nicht gerade billig und ebenso wenig umweltfreundlich.

Dem gegenüber läuft nun die Solar-Tastatur Logitech K750 Tastatur solar mit einer Solarzelle, die sogar bei Kunstlicht genug Strom für den Betrieb produziert.

Ein weiteres Plus der komfortablen Tastatur: Sie ist nicht nur im Betrieb wirtschaftlicher, sondern auch in der Anschaffung günstiger. Bei Amazon haben wir die Tastatur K750 solar ab 69,99 € über einen Drittanbieter gesehen; Amazon selbst berechnet etwas über 70 €, dafür ist der Versand kostenlos.

Camping Photovoltaik

Es sind einige Camping-, Outdoor- und Freiluft-Solarprodukte im Angebot, die eine sinnvolle Alternative zu Batterien, Festnetz-Aufladestationen oder Dieselgeneratoren darstellen. Die Prinzipien der Solarthermie werden beispielsweise bei der Solardusche genutzt, um warmes Wasser bereitzustellen – das Wasser wird unter günstigen Bedingungen bis zu 60° C aufgeheizt und in avancierteren Modellen kann oft mit Mischhebeln eine beliebige, individuell angenehme Wärme hergestellt werden. Einfachere Versionen für den Rucksack gibt es bei Amazon schon ab 3,99 € (Stand Mai 2011).

Einfacherer Photovoltaik-Autolader

Die meisten Anwendungen der Mini-Photovoltaik für Camping-Zwecke finden sich in verschiedenen Variationen von Batterie-Aufladegeräten – die es als Photovoltaik-Koffer, in kleinen Boxen oder in flexiblen Roll-Modulen gibt. Futuristisch wirkt beispielsweise der Photovoltaik-Autolader für Auto, Boot oder Motorrad-Batterien (siehe Bild links), der für 12,99 € mit verschiedenen Anschlüssen (Batterie, Zigarettenanzünder) angeboten wird.

Ein futuristischer Photovoltaik-Koffer

Wie in einem Bond-Filme kommt man sich allerdings mit dem Solar-Koffer vor, den verschiedene Unternehmen anbieten (rechts im Bild z.B. der Solar-Panel McPower ‘SPK-13′ 13W/12V – mit einem Klick auf das Bild kommen Sie zur Detailseite bei Amazon). Er misst 65 × 52 cm, versorgt 12V-Geräte unabhängig und umwelt­freundlich mit Strom aus seinen beiden Solarzellen – zum Beispiel Notebooks, GPS-Geräte, MP3-Player, Kameras oder Smartphones (auch das iPhone oder ein Androidhandy) -, und auch die Autobatterie kann hier wieder neu aufgeladen werden.

Dieser und ähnliche Koffer kosten bei Amazon um die 70 €, sind allerdings nur noch in begrenzten Stückzahlen vorrätig (Stand Mai 2011).

Beim Elektronikshop Conrad wird hier (Link öffnet sich in neuem Fenster) ein vergleichbarer Koffer angeboten, er hat die Abmessungen 77 × 52 × 2,3 cm. Die Solarzellen sind auch bei Bewölkung ergiebig genug für den Betrieb eines Notebooks oder Radios. Klemmen für Autobatterien und Anschlüsse für Zigarettenanzünder (männlich/weiblich) sind im Paket enthalten, das 69,95 € kostet. Weitere Anschlüsse sind als Zubehör im Angebot.

Mini-Solarmodul

Gutes Mini-Solarmodul

Unter den flexiblen mobilen Mini-Solarmodulen ist das Sunload Solarmodul 62Wp Outdoor-Spitzenreiter – es ist das einzige, das mit einem Gewicht von 1,4 kg und in Rucksack-geeigneter Größe nicht nur Kleingeräte, sondern auch ein Notebook in Betrieb mit Strom zu versorgen behaupten kann – dafür ist das mobile CIGS-Modul mit herzkreislaufgefährdenden 798,- € auch das weitaus teuerste. Das mit 409,- € ebenfalls nicht gerade billige Flexcell Sunpack 14Wp + Sunload M60 Notebook-Solarladegerät braucht für einen herkömmlichen Notebook-Akku 7 ganze Stunden – das ist unter den richtigen Bedingungen sicher eine ausgezeichnete Unterstützung, aber für dauerhaftes Arbeiten in der freien Natur ist das Gerät damit unserer Meinung nach nicht leistungsstark genug.

Empfehlenswerte kleinere Backpack-Module aber, die sogar während der Tour auf dem Rucksack getragen werden können und ihre mitgelieferten Akkus aufladen, aus denen wiederum Kleingeräte wie MP3-Player oder Handyakkus mit Strom versorgt werden können, existieren durchaus – so zum Beispiel das faltbare Solarmodul F15-300, das 99,95 € kostet, oder das Sunload Solar Charger Set (Solarclaw) für allerdings auch immerhiin 249,- €.

Der Solargorilla Photovoltaikkoffer
Solargorilla Ladegerät

Wer das Gewicht nicht scheuen muss, kann sich unterwegs auch mit der mehrteiligen NTP Powertraveller-Kombination behelfen. Sie besteht aus Solarmodul im Koffer, dem passenden Akku, Verkabelung und Anschlüssen.

Das Prinzip dieser kleinen mobilen Photovoltaikanlage ist einfach. Über das solarstromerzeugende Modul wird der Universal-Akku des Ladegeräts aufgeladen – dieser wiederum führt auch anspruchsvolleren Akkus wie z.B. bei einem Notebook zuverlässig Strom zu.

Der Solarkoffer der Kombination wiegt 820g, ist mit 26,4 cm x 20 cm nicht viel größer als ein DIN A4 Blatt und mit 19 mm nicht dicker als ein Schreibblock. Er kostet um 153,- €. Der Powertraveller-Akku speichert 100 Wh, bringt bis zu 50 W Leistung und wiegt 630g – er kostet rund 169,- €. Die meisten der gängigen Anschlüsse werden mitgeliefert – wenn auch nicht für alle großen Notebook-Modelle; hier könnten noch einmal Kosten für den Adapter entstehen. Koffer und Akku sind auch einzeln erhältlich. Die Kundenurteile über die Powertraveller-Kombination sind allerdings durchwachsen. Sowohl Bauqualität als auch Leistung wurden moniert, und es wurde verschiedentlich darauf hingewiesen, dass zusätzliche Akkus der jeweiligen Notebookhersteller in der Regel mehr Leistung bringen.

Ein Zwischenfazit zu den mobilen Mini-Solarmodulen:
Eine knapp 2kg schwere, robuste mobile Mini-Photovoltaikanlage, die ein Notebook mit Strom versorgt, darf hinsichtlich der geringeren Flexibilität gegenüber faltbaren Modulen, umständlicherer Handhabung und mittelmäßiger Verarbeitungsqualität sowie der Netzteil-Lautstärke für gut 330,- € vielleicht einige Schönheitsfehler haben, so lange es seinen Dienst tut – das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also gerade noch so in Ordnung. Wer es sich leisten kann, dem raten wir allerdings ganz klar zum teuereren Sunload Solarmodul 62Wp.

Mobile Photovoltaik-Ladegeräte

Solares Ladegerät

Zu den Anwendungen der Mini-Photovoltaik, die wir hier vorstellen wollten, gehören schließlich noch kleine Solar-Ladegeräte für Handys, MP3-Player oder GPS-Geräte. Es hat sich herausgestellt, dass die Modelle auf dem Markt – ebenso wie die schicken Solartaschen, die im Umlauf sind – noch nicht wirklich praxistauglich sind. Wer sich auf diese kleinen Helfer z.B. in der Wildnis, beim Trekken oder auf hoher See auf dem Boot verlässt, wird möglicherweise die eine oder andere unangenehme Überraschung erleben. Da helfen auch Preise unter 40,- € nicht.

Ein Ladegerät, das vier Tage braucht, um einen Handyakku aufzuladen, der unter günstigen Bedingungen Strom für knapp zwei Tage vorhält, ist schlicht nicht sinnvoll – es dient höchstens als Rückversicherung für den Notfall. Wir haben daher auf eine weitergehende Besprechung verzichtet. (Das Bild rechts zeigt mit dem Bresser Solarladegerät für mobile Geräte für knapp unter 40 € noch eines der brauchbareren Modelle.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mini-Photovoltaik im mittleren Bereich überraschend praxistaugliche Anwendungen hervorgebracht hat. Vieles aber ist noch Spielerei, und gerade im Mikrobereich der Photovoltaik sind unseres Erachtens vollmundige Versprechungen häufiger anzutreffen als sachliche Praktikabillität. Überzeugt sind wir allerdings von einigen wenigen High-End-Produkten – wie von der Solartastatur K750 von Logitech oder vom Sunload Solarmodul.

Solarzellen im Zusammenspiel

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:
Solartechnik
Wertschöpfungskette der Photovoltaik



Außerdem:
Abschreibung Photovoltaik
Einspeisevergütung

Zur individuellen Berechnung


Würden Sie unsere Informationen weiterempfehlen?

Vielen Dank!
A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | Z

”"”"

Kommentieren

Archiv
  • 851351 Besucher