Ökostrom

Lexikon der Photovoltaik-Begriffe

Hier finden Sie die Definition von Ökostrom. Weitere Aspekte zum Ökostrom tragen wir derzeit in unserem aktuellen Ökostrom-Schwerpunkt zusammen.

Unter anderen Erneuerbaren Energien die sauberste: Ökostrom mit Photovoltaik

Dass Photovoltaik Ökostrom erzeugt, liegt auf der Hand – der Begriff “Ökostrom” selbst allerdings ist in Deutschland ebenso wenig gesetzlich reglementiert wie z.B. das Etikett “Bio” für Lebensmittel.
Eine rechtlich verbindliche, allgemeingültige Definition existiert daher nicht.

Hilfsweise aber kann unter Ökostrom elektrische Energie verstanden werden, die auf nachhaltige Weise aus Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien gewonnen wird.

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Schwerpunkt: “Ökostrom” auf Rechner Photovoltaik

Autoren: hsf, lea, nau

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Erneuerbare Energien

Ökostrom auf der Grundlage von Biomasse: Rapsfeld

Diese wiederum sind gesetzlich definiert: Als erneuerbare Energiequellen gelten jene, die sich entweder kurzfristig selbst erneuern (z.B. Biomasse) oder die nach menschlichen Zeitmaßstäben unerschöpflich sind (z.B. Sonnenenergie). Zu den Erneuerbaren Energien zählen im Sinne des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (§3, Abs.3) namentlich:

  • die Windkraft,
  • die Wasserkraft,
  • die Biomasse (einschließlich Biogas, Biomethan, Deponiegas, Klärgas),
  • die solare Strahlungsenergie (Photovoltaik)
  • und die Geothermie.

Stromerzeugung mit Windkraft

Zusätzliche Quellen von Ökostrom

Nicht erneuerbar ist Grubengas, dessen Verwendung zur Stromerzeugung gilt trotzdem als ökologisch, da mit seiner Nutzung durch den Bergbau freigesetzte umweltschädliche Gase abgebaut werden.

Außerdem werden unter bestimmten Umständen Blockheizkraftwerke zu den Quellen von Ökostrom gezählt, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten – Verbrennungsmotoren also, die Kraft (bzw. Strom) erzeugen und deren Abwärme zusätzlich genutzt wird.
Beim üblichen Betrieb von KWK-Motoren werden zwar nicht-regenerative Energieträger wie Erdöl oder Erdöl-Derivate eingesetzt; soweit der Motor jedoch aus erneuerbarer Biomasse befeuert wird, gilt auch die Kraft-Wärme-Kopplung als regenerativ.

Eine weitere Definition (die vom Bundesverband Erneuerbare Energien stammt) bezeichnet als Ökostrom jenen Strom, der zu mindestens 50% aus erneuerbaren Energien und zum Rest aus (auch aus fossil befeuerten) KWK-Anlagen stammt.

Die Sonderstellung der Kraft-Wärme-Kopplung in dieser Beurteilung liegt in deren hocheffizienter Ausnutzung der gespeicherten Energie – während die bloße Verbrennung von Öl zur Erzeugung von Strom die darin gespeicherte Energie nur zu 30 bis 40% auslastet, erreicht die KWK mit ihrer zusätzlichen Nutzung der Abwärme Ausnutzungs-Grade von bis zu 90%.

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Wasserkraft: Ökostrom

Nachhaltigkeit als Kriterium

Das oben angeführte Kriterium der Nachhaltigkeit in der Nutzung regenerativer Energiequellen enthält weitere interessante Aspekte. Nachhaltig ist eine Bewirtschaftung natürlicher Grundlagen dann, wenn die Nutzung durch Entnahme nicht den Umfang ihres Nachwachsens überschreitet: Die genutzte Quelle bleibt erhalten.
Damit ist einerseits eine Bewirtschaftung angesprochen, die intelligenten Regeln folgt, indem sie bei jedweder Nutzung die zentralen Elemente der Regeneration bewahrt bzw. dem System bei Bedarf wieder zuführt; andererseits ist damit der unbegrenzten Nutzung ein Riegel vorgeschoben: Nachhaltigkeit impliziert Begrenzung. Nicht nachhaltig sind somit Anlagen zur Energieerzeugung, die schon aufgrund ihrer Größe die eigenen Umweltbedingungen unterminieren. Das macht die (unter Umweltgesichtspunkten) vertretbare Größe der Anlage zu einem wesentlichen Unterscheidungsmerkmal für Ökostrom.

Übertrieben: Mega-Staudamm

Foto: Filnko

Mammutprojekte wie zum Beispiel der – um das Mindeste zu sagen – ökologisch fragwürdige “Dreischluchten-Staudamm” in China gelten hiernach, wenn auch auf der Basis erneuerbarer Energien (hier: Wasserkraft) arbeitend, nicht als Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom. Analog hierzu ist Ähnliches über das gigantische Desertec-Projekt zu sagen, bei dem einmal mehr technische Ingenieure die (hier: Energie-) Probleme eines ganzen Erdteils mit einem teurem Handstreich glauben lösen zu können.

Wir von Rechner Photovoltaik halten demgegenüber die netzschonende Dezentralität der Photovoltaik in ihrer gegenwärtigen Form, ihre Unterstützung der Unabhängigkeit und Souveränität der beteiligten Bürger (nicht nur Hausbesitzer: Auch Mieter können in Bürger-Solarstromanlagen investieren und von der Einspeisevergütung profitieren) und die Sauberkeit der durch sie erzeugten Energie als Beispiel erhöhter Nachhaltigkeit aufrecht.
Die übrigen hier genannten genannten Quellen Erneuerbarer Energie weisen nach wie vor große Vorteile gegenüber fossiler Energieerzeugung auf – und sei es nur der geringere Ausstoß des Klimagases CO2. Die Nachteile, für sich betrachtet, wiegen jedoch schwer. Gegenüber Windparks (einseitige Netzbelastung), Wasserkraft (Landschaftsverbrauch durch Stauseen), Biomasse (Konkurrenz um Anbauflächen mit der Produktion von Nahrungsmitteln), Geothermie (Erdbeben-Gefahr) bleibt für uns die Photovoltaik die Königsform des Ökostroms.

Solarzellen im Zusammenspiel

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