Photovoltaik-Komponenten nach RAL-GZ 966
Lexikon der Photovoltaik-Begriffe
Photovoltaik-Komponenten nach RAL-GZ 966 gehorchen besonderen qualitativen Anforderungen, die in der RAL-GZ 966 (Teil P 1) niedergelegt sind.
Die Anforderungen an Photovoltaik-Komponenten gehören zu den wesentlichen, detailliert ausgearbeiteten Bereichen der RAL-Güte- und Prüfbestimmungen für Solarenergieanlagen RAL-GZ 966. Wenn Sie sich für Qualitätskriterien von Photovoltaikanlagen interessieren, könnte dieser Überblick interessant für Sie sein.
Falls Sie auf der Suche nach Informationen über die materielle Herstellung von Photovoltaikanlagen sind, finden Sie diese in dem Artikel Die Wertschöpfungskette der Photovoltaik:
Von dort aus können Sie über die Links zu den einzelnen Produktionsabschnitten mehr über die Produktion von Photovoltaikanlagen erfahren – vom Quarzsand über das Czochralski- und das Bridgman-Verfahren, in denen Ingots gezogen werden – aus denen wiederum Wafer geschnitten und fertige Solarzellen gesägt werden.
Die Güte- und Prüfbestimmungen nach RAL-GZ 966 sind keine Voraussetzung für die Zulassung von Photovoltaikanlagen (vgl. Informationen dort) – sie sind allein Voraussetzung für die Verleihung des RAL-Gütesiegels. Neben den Anforderungen an die Komponenten bestehen weitere Voraussetzungen – wie zur Planung, Ausführung und Wartung von Solarenergieanlagen.
Überblick
Folgende Anforderungen an Photovoltaik-Komponenten sind in den Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 966 (P1) beschrieben. Die ausdifferenzierten Anforderungen zu diesen Punkten (die sich oft wiederum auf weitere DIN-, EN-und ISO-Vorschriften stützen) finden Sie im Detail beschrieben auf den S.17 bis S.25 der RAL-GZ 966.
- Ausführliche Dokumentation in Produktunterlagen, Modul- und Wechselrichterdatenblatt,
- Sicherheitsanforderungen wie verstärkte Isolierung, thermisches Langzeitverhaltens der Verkabelung, Vermeidung von Kriechströmen,
- mechanische Festigkeit (Stahlkugeltest!),
- Widerstand gegen Entzündung und Entflammbarkeit,
- in den Rahmen eingedrungenes Wasser und Kondenswasser muss auch bei flacher Montage rückstandsfrei ablaufen können,
- Trageigenschaften: Bruch- und Splitterschutz, Reaktion auf Zug- und Drehbelastung,
- Berührungsschutz stromführender Teile,
- Witterungsbeständigkeit (Mindestwiderstand gegen UV-Strahlung, Temperatur, Feuchte, Frost, Hagelschlag, Schnee- und Windlasten, Anforderungen an die Vermeidung von Kriechströmen bei Feuchte-Wärme bzw. Feuchte-Frost-Tests),
- bei Belastungstests dürfen keine Brüche, Risse an Modul, Rahmen oder Zellen, keine verbogenen oder verzogenen Oberflächen und kein Verlust der mechanischen Stabilität auftreten,
- Anschlussdosen und Stecker der Module müssen für die erwartete Modullebensdauer bei den zu erwartenden Bedingungen – thermische Belastung (Frost/Hitze im Bereich von -40° bis +95°C), UV-Strahlung, Korrision, Spannungen/Ströme – geeignet sein (verwandte Anforderungen werden an die Witterungsbeständigkeit von Generatoranschlusskasten und -koppelkasten gestellt),
- Kontaktkorrision muss ausgeschlossen bleiben,
- das Kabelmaterial muss frei von Halogenen und PVC sein,
- Handhabbarkeit des Montagesystems (Anpassbarkeit an verschiedene Dachformen, keine scharfen Kanten, Austauschbarkeit von Einzelelementen),
- Schutz der Montagesysteme gegen Bauteilversagen für mindestens 20 Jahre,
- Erdung der Montagesystemteile (Blitzschutz)
- Hinterlüftung und Regensicherheit von Indach-Systemen.
Photovoltaik-Komponenten wird mit der Verleihung des RAL-Gütesiegels die Einhaltung nicht allein der Mindeststandards, sondern der in den RAL-Bestimmungen beschriebenen Qualitätsstandards bestätigt.

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