Photovoltaik Pro und Contra

Der Nutzen der Photovoltaik ist höher als die Kosten

Der Nutzen von Strom aus regenerativen Energien überwiegt bereits heute – © Agentur für EE

Die Photovoltaik ist immer wieder Gegenstand engagiertester Dis­kussionen in Politik, Gesellschaft und Energiewirtschaft – von Befür­wortern und Gegnern werden dabei die vielfältigsten Argumente ins Treffen geführt.
Aber was steckt wirklich dahinter?

Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, haben wir hier die gängigsten Argumente für und wi­der die Photovoltaik zu­sam­men­gestellt – und kommentiert.
Dabei sprechen die Fakten für sich.

 

Zentrale Argumente für die Photovoltaik



















Pro-Argumente Die Fakten
Die Photovoltaik ist als dezentrale Energieversorgung großteils in Bürgerhand Die rund 1,1 Mio. Photovoltaik-Anlagen in Deutschland (Stand Anfang 2012) sind zu knapp 40% in Besitz von Privatpersonen, zu gut 21% in der Hand von Landwirten und zu etwa 19% im Eigentum von Gewerbebetrieben. Die vier großen Energieversorgungsunternehmen – EnBW, Eon, RWE und Vattenfall – besitzen hingegen nur rund 0,2% der Solarstrom-Anlagen (externe Links öffnen sich in neuen Fenstern).
Der Ausbau der Photovoltaik trägt wesentlich dazu bei, die einseitige Struktur des Energieversorgungsmarktes – die “großen Vier” haben einen Marktanteil von rund 80% – aufzubrechen und zu demokratisieren.
Photovoltaik erzeugt Strom, wo er verbraucht wird Mehr als 98% der PV-Anlagen speisen in Deutschland dezentral in das Niederspannungsnetz ein, über das bspw. die privaten Haushalte mit Strom versorgt werden. Der Solarstrom wird so entweder direkt vom Anlagenbetreiber oder in unmittelbarer Nähe verbraucht.
Die Stromproduktion durch die Photovoltaik ist erneuerbar und umweltfreundlich In Deutschland liegt die mittlere jährliche Sonneneinstrahlung zwischen 850 und 1.150 KWh/m² – das ist der Energiegehalt von 100 Litern Heizöl.
Im Betrieb stoßen PV-Anlagen weder schädliche Klimagase wie CO2 noch Schadstoffe wie etwa Stickoxide oder Schwermetalle aus. Bei der Produktion und beim Transport fallen hingegen Schadstoffe und Klimagase an, ihre Menge ist aber im Vergleich zu fossilen oder nuklearen Energieträgern sehr gering (je nach Solarzellentyp bis zu 98% geringer). Durch den Ausbau der Solarstromproduktion wird so ein immer größerer Teil der Schadstoffemissionen, die bei der konventionellen Stromerzeugung anfallen, vermieden. Allein 2010 konnten durch die Photovoltaik 12,5 Mio. Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.
Die Photovoltaik ist rentabel Photovoltaik Anlagen sind auch 2012 rentabel. Je nach Standort und Anlagenkosten sind bei den derzeitigen Einspeisevergütungssätzen Renditen zwischen 4% und 8% möglich.
Die Photovoltaik wird kontinuierlich günstiger und effektiver Die Wirkungsgrade der Solarzellen konnten im letzten Jahrzehnt im Mittel um über 20% gesteigert werden; die Energierücklaufzeit von PV-Anlagen liegt – je nach verwendetem Solarzellentyp – heute bei 1,5-4 Jahren und die Preise für PV-Module sind in den letzten 30 Jahren im Schnitt um etwa 10% pro Jahr gesunken.

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Häufige Argumente gegen die Photovoltaik
























Contra-Argumente Die Fakten
Die Förderung der Photovoltaik erhöht den Strompreis Ein Teil der Förderkosten für die Photovoltaik wird über die EEG-Umlage auf die Stromkunden verteilt – die EEG-Umlage beläuft sich 2012 auf 3,592 Cent/kWh, wovon 1,86 Cent/kWh der Photovoltaik-Förderung zuzurechnen sind (PV-Umlage). Die EEG- und die PV-Umlage sind jedoch nur zu einem geringen Teil für die Strompreiserhöhungen des Haushaltsstroms verantwortlich: Während die EEG-Umlage bspw. seit 2000 um 3,3 Cent/kWh gestiegen ist, wurde der Bruttostrompreis für Privathaushalte um 10 Cent/kWh teurer.
Hinzu kommt, dass die Förderkosten von einem immer kleineren Stromkundenkreis getragen werden. Privilegierte Letztverbraucher wie industrielle Stromkunden sind, anders als Privatkunden oder Klein- und Mittelbetriebe, von der Zahlung der EEG-Umlage weitgehend befreit.
Nicht beachtet wird häufig auch, dass der Strom aus der Photovoltaik und der Winkraft durch den Merit-Order-Effekt den Börsenstrompreis senkt. 2011 lagen die Preisminderungen durch den Solarstrom in einem Bereich zwischen 520 und 840 Mio. Euro; der Preisvorteil wird an private Stromkunden aber nicht weitergegeben.
Die Photovoltaik-Förderung ist unverhältnismäßig 2010 beliefen sich die Zahlungen für die PV-Einspeisevergütung auf ca. 5,09 Mrd. Euro – das sind ungefähr 5% der deutschen Bruttogesamtstromkosten von 100 Mrd. Euro. Der Förderanteil entspricht demnach ungefähr dem PV-Anteil an der Stromerzeugung (knapp 4%) und einem Zuschlag für die Hinführung der Photovoltaik zur förderfreien Marktfähigkeit.
Die PV-Branche erzielte zudem 2010 eine Wertschöpfung von ca. 10 Mrd. Euro; die vermiedenen Umweltschäden durch EE-Strom lassen sich für 2010 mit rund 5,8 Mrd. Euro taxieren.
Solarstrom ist in der Erzeugung zu teuer Die Produktionskosten für Solarstrom liegen mittlerweile auch bei kleinen Aufdach-Photovoltaikanlagen auf dem Niveau der Haushaltsstromkosten. Damit hat die Photovoltaik für Haushaltstromkunden 2012 die Netzparität erreicht.
Photovoltaik-Anlagen verbrauchen mehr Energie als sie erzeugen Bei einer globalen Jahreseinstrahlung von etwa 1000 kWh/m2 wie in Deutschland beträgt die Energierücklaufzeit – für die verschiedenen Solarzellentypen gemittelt – gegenwärtig gut 2 Jahre. Mit einer konservativ geschätzten Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren liefert eine PV-Anlage so im Schnitt rund 10 bis 15 Mal mehr Energie als zu ihrer Herstellung benötigt wurde.
Die PV-Förderung schafft vor allem im Ausland (Asien) Arbeitsplätze Im Jahr 2010 beschäftigte die deutsche PV-Branche – Materialhersteller, Modulproduzenten, Anlagenbauer und Solarteure – rund 130.000 Menschen und erwirtschaftete eine Wertschöpfung von ca. 10 Mrd. Euro.
Zwar überstieg 2010 der Import (11,6 Mrd. Euro) von PV-Modulen den Export (5,5 Mrd. Euro). Im Anlagenbau und in der Wechselrichterproduktion ist die deutsche PV-Industrie mit einer Exportquote von gut 50% nach wie vor Weltmarktführer. Und die Handwerksbetriebe rechnen auf Grund des PV-Zubaus in Deutschland weiterhin mit vollen Auftragsbüchern.
Die Photovoltaik führt zu hohen Netzausbaukosten Etwa 98% der PV-Anlagen speisen auf der Ebene der Niederspannungsnetze ein. Ein kostenintensiver Ausbau der Überlandnetze ist deshalb nicht notwendig. Gebietsweise Häufungen von PV-Anlagen können aber lokal eine Verstärkung des Niederspannungsnetzes erfordern.
Bei dem für die Zukunft angestrebten Ausbau der Photovoltaik werden zur besseren Integration des Solarstroms jedoch netztechnische Maßnahmen (PDF Fraunhofer ISE) wie intelligente Stromnetze oder der Ausbau der Stromspeicherkapazitäten notwendig sein.
Die Photovoltaik gefährdet die Netzstabilität bzw. die Versorgungssicherheit Die mögliche Gefährdung der Netzstabilität hatte ihre Ursache in einem Planungsfehler bei der Netzintegration der Photovoltaik-Anlagen: Da bisher alle PV-Anlagen bei einer Netzfrequenz von 50,2 Hertz gleichzeitig abgeregelt wurden, bestand das Risiko eines abrupten Netzfrequenzabfalls und damit eines teilweisen Zusammenbruchs der Stromversorgung.
Seit 1. Januar 2012 müssen neu installierte Solarstromanlagen mit einer technischen Einrichtung ausgestattet sein, die den Netzbetreibern die ferngesteuerte Frequenzregelung zur Erhaltung der Netzstabilität ermöglicht (EEG 2012, § 6, Abs. 2). PV-Anlagen bis 30 kWp können wahlweise auf eine Wirkleistung von 70% der Anlagenleistung reduziert werden. Mit dieser Maßnahme ist die Versorgungssicherheit durch einen weiteren Ausbau der Photovoltaik nicht mehr gefährdet – allerdings geht kostbarer Solarstrom verloren.
Die Photovoltaik erhöht das Brandrisiko PV-Anlagen können, wie andere stromleitende Komponenten auch, Brände auslösen. Das Brandrisiko ist aber bei sachgemäßer Installation äußerst gering, auch Schadstoffemissionen und -immssionen stellen im Brandfall laut einer Studie des Landesumweltamtes Bayern selbst bei CdTe-Dünnschichtzellen keine Gefahr dar.
Eine PV-Anlage auf dem Dach kann allerdings die Löscharbeiten der Feuerwehr behindern.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Solarstromerzeugung, die lange von der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz abhing, heute kurz vor dem Durchbruch zur selbstständigen Marktreife steht. Schon bald werden ihre Produktionskosten die durchschnittlichen Preise für Haushaltsstrom unterschreiten: Eine echte Erfolgsgeschichte.
Dass die Gegner der Photovoltaik ihre Argumente heute auf den Markt werfen, erklärt sich auch hierdurch – in wenigen Jahren ist die Photovoltaik ein für alle Male etabliert. Ein Siegeszug, den die Lobbyisten der herkömmlichen Energiegewinnung heute noch aufhalten möchten. Aber dafür ist es zu spät.

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