Photovoltaikanlagen Preise

Wir freuen uns über den folgenden Gastbeitrag vom Januar 2011 zur Entwicklung von Photovoltaikanlagen-Preisen, den uns Christian Münch von www.solaranlage.eu exklusiv zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank!
Es ist interessant zu sehen, wie drastisch die PV-Preise seitdem gefallen sind. Unter Die Kosten der Photovoltaik finden Sie die aktuellen Preise, unter Lohnt sich die Photovoltaik? aktuelle Beispielrechnungen zur Rendite.

Was man über die Entwicklung von Photovoltaikanlagen-Preisen wissen sollte

Preiszufriedenheit des Photovoltaik-Kunden

Wer sich prinzipiell zur Anschaffung einer Photovoltaikanlage entschlossen hat, sollte sich vor dem Kauf unbedingt eine genaue Übersicht über den Markt und die Preisentwicklung verschaffen. Denn der Markt für Photovoltaikanlagen hat sich in den letzten Jahren explosionsartig entwickelt. Seitdem ab 1991 durch das Stromeinspargesetz die Möglichkeit der Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz geschaffen wurde, hat sich Einiges getan. Das 100.000-Dächer-Programm von 1999 und das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus dem Jahr 2000 haben den Markt für Photovoltaik weiter beflügelt. Die enorme Entwicklung zeigt sich etwa bei der kumulierten Leistung, die im Jahr 2000 noch bei 81 MWp lag und 2007 bereits 3.800 MWp erreichte.

Zur individuellen Berechnung

Einflussfaktoren für die Photovoltaikanlagen Preise

Der Marktanteil deutscher Hersteller bei Photovoltaikanlagen liegt in Deutschland bei rund 59%. Immerhin 35 % kommen aus Asien, die restlichen 6 % aus den USA und weiteren Ländern. Es gibt viele Testergebnisse, die aber letztendlich zu keinem einheitlichen Bild führen. Klar ist so viel: Eine Anlage zur Solarstromerzeugung mit einer möglichst langen Lebensdauer, die einzig und allein durch entsprechend hohe Qualität zu erzielen ist, ist insgesamt sinnvoller als die Entscheidung für billigere Module mit geringerem Ertrag. Aber Photovoltaikanlagen lassen sich nicht unbedingt direkt miteinander vergleichen: Schon die verschiedenen Module, also Dickschicht- oder Dünnschicht, mono- oder polykristallin weisen beträchtliche Unterschiede bei den Photovoltaik-Preisen auf. Zudem besteht die Anlage nicht nur aus den Solarmodulen, es kommen vielmehr Komponenten wie Kabel, Netzanschluss, Wechselrichter, Netzeinspeisegeräte, Zähler und Ähnliches hinzu. Außerdem gibt es natürlich wie bei allen anderen Produkten auch, billige und teurere Angebote, wobei der Preis zunächst nichts über die tatsächliche Qualität aussagt. Deshalb ist nach wie vor das Preis-Leistungs-Verhältnis der sinnvolle Maßstab.

Wie aber soll man die Qualität der Photovoltaikanlagen beurteilen?

Folgende Gesichtspunkte gehen hier ein:

  • Qualität des Moduls (wird vor allem deutlich durch den Jahresertrag, Modullebensdauer, Wirkungsgrad,
    Leistungsprotokoll),
  • Qualität des Wechselrichters – es sollte kein Billigmodell verbaut werden, weil der Wechselrichter ganz
    entscheidend den Wirkungsgrad der Anlage bestimmt,
  • Qualität des Zubehörs,
  • Montagestabilität,
  • Renommee des Herstellers – wichtig für Garantieansprüche, Gewährleistung, Ersatzteile etc.

Während also bei einer Billiganlage auf den ersten Blick ein attraktiver Preis lockt, kann diese Anlage während der Produktlebenszeit wegen niedriger Erträge, kürzerer Lebensdauer und hoher Instandhaltungskosten insgesamt teurer werden als etwa eine höherpreisige Anlage eines bekannten Herstellers wie Schott Solar oder Kyocera. Jeder Käufer sollte zudem auch darüber nachdenken, weshalb etwa eine Anlage aus China billiger angeboten wird beziehungsweise werden kann als eine Anlage aus deutscher Fertigung.

Zur individuellen Berechnung

Preisentwicklung und Vergleich der Photovoltaik Preise

Für Verbraucher bleibt vor allem der Photovoltaik Preis das interessanteste Entscheidungskriterium. Will man nun die Preise verschiedener Anbieter miteinander vergleichen, zeigen sich schon erste Schwierigkeiten. Soll einfach als Vergleichskriterium der Quadratmeterpreis der Photovoltaikanlage herangezogen werden oder ist ein Vergleich anhand der Nennleistung Wp der sinnvollere Weg? Ein Vergleich anhand des Quadratmeterpreises ist wegen der sehr unterschiedlichen Erträge pro Quadratmeter nicht sehr sinnvoll. Je nach Leistungsfähigkeit und Qualität der Anlage kann mit einem Quadratmeter ein mehr oder weniger hoher Ertrag erzielt werden, sodass für die gleiche Leistung einmal sechs, ein andermal acht Quadratmeter nötig sind. Die Nennleistung Wp dagegen wird nach standardisierten Bedingungen getestet. Auch wenn diese Bewertungsmethode nicht frei von Mängeln ist, bietet sie doch eine gute Vergleichsmöglichkeit. Die Photovoltaikanlagen Preise sind in den letzten zwanzig Jahren enorm gesunken. Diese Preissenkungen konnten unter anderem durch Skaleneffekte dank Massenproduktion erzielt werden. Mussten im Jahr 2006 noch mit 5000 Euro pro installiertem kWp kalkuliert werden, lag der Durchschnittspreis Mitte 2010 bei 2950 Euro pro kWp, wie eine Umfrage unter knapp 3.000 Solaranlagenbetreibern ergab.

Rentabilität und Einspeisevergütung

Für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage muss aber vor allem auch die Einspeisevergütung berücksichtigt werden. Mit der Novelle des EEG wurde die Einspeisevergütung erheblich geändert. Bei der Inbetriebnahme einer Anlage im Jahr 2004 konnte der Betreiber mit einer Vergütung von maximal 57,40 Cent pro kWh rechnen (in Abhängigkeit der Anlagengröße, des Eigenverbrauchs etc.), diese wurde für 20 Jahre gezahlt. Die Vergütung richtete sich nach dem Datum der Inbetriebnahme. Dies hat sich nun grundlegend geändert. Die Einspeisevergütung wird bei Inbetriebnahme einer neuen Anlage ab 2011 pro Jahr um neun Prozent gesenkt. Das bedeutet bei einer Anlagengröße von bis zu 30 kW eine Einspeisevergütung im ersten Jahr von 28,74
Cent pro kWh. Außerdem wurde eine weitere marktbestimmte Komponente eingeführt. Vereinfacht gesagt: Werden zu viele Anlagen montiert, verringert sich die Einspeisevergütung weiter. Es wird also schnell klar, dass die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage unter diesen Umständen neu betrachtet werden muss. Um eine klare, wirtschaftlich orientierte Entscheidung treffen zu können, müssen der Stromertrag und der Investitionsaufwand betrachtet werden.

Ausblick zur Wirtschaftlichkeit bei den aktuellen Photovoltaik Preisen

Wird in einer Modellrechnung von rund 1000 kWh kWp installierter Leistung pro Jahr ausgegangen und eine Mindestrendite von 6 % angenommen, dürften Kleinanlagen ab 2011 zwischen 2400 Euro/kWp und maximal 3000 Euro/kWp kosten. Andererseits sollte hierbei die Preisentwicklung der Photovoltaik über die letzten Jahre nicht übersehen werden. Zwar wird für im Jahr 2004 installierte Anlagen eine sehr hohe Vergütung gezahlt, andererseits waren die Anlagen auch um bis zu 60 % teurer als heute.

Dennoch stellt sich für Verbraucher natürlich die Frage, ob mit aktuellen Preisen und der jetzt verabschiedeten Einspeisevergütung noch ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlage realistisch zu erzielen ist. Dies hängt natürlich von den Produktlebenskosten der der Photovoltaikanlage ab, weil hierin der Anschaffungspreis, Instandhaltungen, Reparaturen etc. einfließen.

Zur individuellen Berechnung

Ein Gastbeitrag von Christian Münch.

Solarzellen im Zusammenspiel

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:
Die Einspeisevergütung
Preisentwicklung Photovoltaik: 2012
Steuerliche Abschreibung von PV-Anlagen

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | Z

Archiv
  • 851366 Besucher